Die Türkei und Bulgarien wollen nördlich des bestehenden Übergangs einen zusätzlichen Zoll- und Grenzübergang mit dem Namen „Kapıkule / Kapitan Andreewo – Nord“ schaffen. Vertreter beider Länder berieten am 11. September in Kapıkule und besichtigten das vorgesehene Gelände. Für Autofahrer aus Deutschland und Europa ist entscheidend: Der neue Übergang ist noch nicht in Betrieb.
Wer das Vorhaben besprochen hat
An dem Termin nahmen der Gouverneur von Edirne, Yunus Sezer, der türkische Vizehandelsminister Sezai Uçarmak, Bulgariens Innenminister Ivan Demerdzhiev, der Gouverneur von Chaskowo, Todor Ivanov, sowie Zoll- und Diplomatievertreter teil. Nach der Sitzung folgte eine Ortsbesichtigung nördlich der heutigen Anlage.
Kein Termin und noch keine Spurenzahl
Die Mitteilung nennt weder Bau- noch Eröffnungstermin, Budget, Zahl der Abfertigungsspuren oder zugelassene Fahrzeugarten. Ob Pkw, Reisebusse und Lkw gemeinsam oder getrennt abgefertigt werden sollen, ist offen. Auch Visa-, Pass- und Zollregeln wurden nicht geändert.
Bedeutung für die Sıla-Yolu-Route
Zusätzliche Kapazität könnte die stark genutzte Straßenverbindung zwischen der Türkei und der EU langfristig entlasten. Eine Planung ist aber noch keine Wartezeitgarantie. Für die nächste Fahrt darf weder mit einer geöffneten Ausweichroute noch mit automatisch kürzeren Schlangen gerechnet werden.
Was Reisende jetzt tun sollten
Nutzen Sie weiterhin nur offiziell geöffnete Grenzübergänge und prüfen Sie kurz vor der Abfahrt die Verkehrs- und Grenzmeldungen. Folgen Sie keiner Kartenmarkierung, die das nördliche Gelände bereits als Einfahrt zeigt. Bulgarien gehört zwar zum Schengen-Raum, die Grenze zur Türkei bleibt jedoch eine kontrollierte EU-Außengrenze.
Fazit von Turkey Compass
Bestätigt: Beide Länder planen einen nördlichen Übergang und haben den Standort besichtigt. Nicht bestätigt: Eröffnungsdatum, Fahrzeugkategorien und sofort kürzere Wartezeiten. Die Behauptung, der zweite Kapıkule-Übergang sei bereits geöffnet, ist falsch.