
Das türkische Ministerium für Kultur und Tourismus meldete am 26. August 2026 den Abschluss der Ausgrabung einer rund 390 Meter langen Monumentalstraße in der antiken Stadt Side. Sie verläuft von der nordwestlichen Ecke des Gymnasiums bis zum Osttor. Besonders auffällig ist das Herakles-Tor mit wiederverwendeten Reliefs der Zwölf Taten des Herakles und mehrerer Gottheiten. Für deutschsprachige Gäste an der Küste von Antalya ist dies ein bedeutender archäologischer Befund; die Mitteilung ist jedoch keine Zusage, dass sofort jeder freigelegte Bereich uneingeschränkt begehbar ist.
Was die Ausgrabung sichtbar macht
Die in den Grabungsunterlagen als b Caddesi bezeichnete Straße war eine wichtige Achse der antiken Stadt. An ihrer Nordseite fanden sich eine Säulenhalle, dahinterliegende Räume und drei monumentale Zugänge: Westtor, Herakles-Tor und Nordbad-Tor. Dadurch lassen sich auf einem einzigen Weg mehrere Bau- und Nutzungsphasen nachvollziehen.
Warum das Herakles-Tor herausragt
Architekturblöcke zeigen die Zwölf Taten des Herakles; weitere Kassetten tragen Darstellungen von Athena, Zeus, Artemis, Hygieia und Tyche. Das Ministerium datiert die Reliefs in das frühe dritte Jahrhundert nach Christus. Beim Bau des Tores in der Spätantike seien sie als Spolien wiederverwendet worden. Reliefs und Tor gehören daher nicht zwingend zur selben ursprünglichen Bauphase.
Umbau im fünften Jahrhundert
Mit der Entwicklung des Bischofspalast-Komplexes wurde die Nordseite der Straße neu geordnet. Frühere Zugänge von der Säulenhalle wurden teilweise geschlossen, neue monumentale Durchgänge geschaffen. Die Route vom Osttor entwickelte sich damit von einer Verkehrsverbindung zu einer repräsentativen städtischen Achse und dokumentiert den Wandel Sides nach der römischen Epoche.
Was Besucher noch nicht voraussetzen sollten
Bestätigt ist der Abschluss der Ausgrabung, nicht aber ein gesonderter Eröffnungstermin, eine neue Ticketkategorie oder ein freier Zugang zu allen Befunden. Konservierung, Sicherheit und das Besuchermanagement können einzelne Bereiche begrenzen. Wer gezielt wegen der Straße oder der Reliefs anreist, sollte kurz vorher die Angaben des Museums Side oder des offiziellen türkischen Museumssystems prüfen.
Den Besuch sinnvoll planen
Das archäologische Gelände von Side umfasst Monumente mehrerer Epochen und ist weitläufig. Sonnenschutz, geeignetes Schuhwerk und ausreichend Zeit sind sinnvoll; Absperrungen und freiliegende Bauteile müssen respektiert werden. Gäste, die einen stufenlosen Weg benötigen, sollten die konkrete Route vorher erfragen, da Grabungsflächen uneben sein können und neue Befunde nicht automatisch barrierefrei erschlossen sind.
Einordnung von Turkey Compass
Der Fund ist touristisch und wissenschaftlich relevant, weil die durchgehende 390-Meter-Achse den Übergang von der römischen Stadt zur Spätantike anschaulich macht. Unbelegt wäre dagegen die Behauptung, sofort sei eine vollständig neue Attraktion ohne Zugangsbeschränkungen eröffnet worden. Für Reisende zählt deshalb die aktuelle Bestätigung von Route und Öffnungsbedingungen unmittelbar vor dem Besuch.