Deutschland blieb im September 2026 mit türkischen Warenlieferungen von $2,045 Milliarden der wichtigste Exportmarkt der Türkei. Gleichzeitig importierte die Türkei Waren für $2,248 Milliarden aus Deutschland. Diese beiden Monatswerte ergeben für die Türkei in der bilateralen Momentaufnahme einen Importüberschuss von rund $203 Millionen. Für deutsche und europäische Unternehmen zeigt die vorläufige Statistik eine enge industrielle Verflechtung, aber keine Aussage über einzelne Branchen, Firmenmargen oder Dienstleistungen.
Deutschland steht auf beiden Handelsseiten weit oben
Deutschland führte die Rangliste der türkischen Exportziele mit $2,045 Milliarden an, vor den USA mit $1,919 Milliarden und dem Vereinigten Königreich mit $1,430 Milliarden. Bei den türkischen Importen lag Deutschland mit $2,248 Milliarden hinter China auf Platz zwei. Die Differenz von rund $203 Millionen ist nur die Warenbilanz dieses Monats auf Basis gerundeter Werte. Sie enthält weder Dienstleistungen noch Investitionsströme und erlaubt ohne Warencodes keine Aussage darüber, welche deutschen Branchen gewonnen oder verloren haben.
Die EU-27 nahm mehr türkische Waren ab, als sie lieferte
Die Türkei exportierte im September Waren für $10,498 Milliarden in die EU-27 und importierte aus der Union Waren für $9,129 Milliarden. Damit ergab sich in dieser vorläufigen Monatsansicht ein türkischer Warenüberschuss gegenüber der EU von etwa $1,369 Milliarden. Für europäische Beschaffer und Produzenten unterstreicht das die Bedeutung der Lieferketten über die Zollunion hinweg. Der Wert ist jedoch nominal, nicht saisonbereinigt und kein Ersatz für sektorale Mengen-, Preis- und Ursprungsdaten.
Landesweit wuchs der Export deutlich schneller als der Import
Die türkischen Exporte stiegen gegenüber September 2025 um 15,4% auf $25,976 Milliarden. Die Importe nahmen um 5,9% auf $31,208 Milliarden zu. Dadurch sank das monatliche Handelsdefizit um 24,8% auf $5,232 Milliarden, während der Deckungsgrad der Importe durch Exporte auf 83,2% stieg. Ohne Energie lag der Deckungsgrad bei 100,3%, ohne Energie und Gold bei 97,7%. Diese Bereinigungen zeigen die Rolle volatiler Posten, beseitigen deren tatsächliche Kosten aber nicht.
Vorprodukte und Investitionsgüter tragen den Schub
Die Ausfuhr von Vorprodukten erhöhte sich um 24,3% auf $14,165 Milliarden, die von Investitionsgütern um 19,1% auf $3,609 Milliarden. Konsumgüter legten nur um 2,2% auf $7,851 Milliarden zu. Verarbeitete Waren stellten mit $24,168 Milliarden 93,0% der gesamten Exporte. Für deutsche Maschinenbauer, Zulieferer und Abnehmer ist diese Zusammensetzung ein relevanter Nachfragehinweis, aber noch kein Beleg für Bestellungen in einem bestimmten Segment. Dafür sind Branchen- und Unternehmensdaten nötig.
Das September-Signal hebt das Jahresdefizit nicht auf
Von Januar bis September erreichten die Exporte $210,973 Milliarden und die Importe $281,998 Milliarden. Das kumulierte Defizit betrug damit $71,025 Milliarden. In den letzten zwölf Monaten standen Exporten von $283,727 Milliarden Importe von $379,761 Milliarden gegenüber. Deutsche Unternehmen sollten den verbesserten September deshalb als positives Monatssignal lesen, aber Wechselkurs-, Finanzierungs-, Energie- und Lieferkettenrisiken weiterhin getrennt kalkulieren.
Die amtlichen Werte sind noch vorläufig
Das Handelsministerium kennzeichnet die Veröffentlichung als vorläufige Auswertung von Verwaltungsdaten. Die endgültige detaillierte Außenhandelsstatistik veröffentlicht TÜİK am Ende des Folgemonats; nach Abschluss oder Korrektur von Zollanmeldungen können sich Werte ändern. Für Budget und Beschaffung eignet sich die frühe Meldung als Szenario-Update, nicht als unveränderliche Abrechnungsgrundlage.
Republic of Turkey Ministry of Trade — September 2026 foreign-trade data bulletin →
Republic of Turkey Ministry of Trade — minister's September trade briefing, 2 October 2026 →