Die Türkei führt ein Programm zur KI-Kompetenz an Mittelschulen ein. Entwickelt wurde es vom Bildungsministerium gemeinsam mit Koç Holding und der Vehbi-Koç-Stiftung; erreicht werden sollen landesweit rund 5,2 Millionen Schülerinnen und Schüler. Im Mittelpunkt stehen Daten, Algorithmen, kritische Bewertung sowie ein sicherer und ethischer Umgang mit KI. Für deutschsprachige Familien in der Türkei ist eine Einschränkung wichtig: Das landesweite Ziel bestätigt noch keinen identischen Starttermin und keinen einheitlichen Stundenplan an jeder einzelnen Schule.
Unterrichtsmaterial statt zusätzlicher Prüfung
Vorgesehen sind altersgerechte Klassenaktivitäten, die KI mit mehreren Fächern verbinden können, sowie Leitfäden und Fortbildungen für Lehrkräfte. Als Grundlage dienten Forschungs- und Lernmaterialien der MIT-RAISE-Initiative, die an türkische Bildungsziele angepasst wurden. MEB kündigt weder eine neue zentrale Pflichtprüfung noch die kostenlose Ausgabe persönlicher Geräte oder den Kauf eines privaten Kurses an.
5,2 Millionen sind die angestrebte Reichweite
Das Programm soll nach Angaben der Partner alle rund 5,2 Millionen Mittelschüler im Land erreichen. Vorgestellt wurde es an der Beykoz Koç Ortaokulu in Istanbul, an der die Pilotanwendung stattfand. Ein Verzeichnis mit Startdaten für jede Schule enthält die Mitteilung nicht. Eltern sollten deshalb die eigene Schule nach Beginn, Klassenstufe, beteiligten Fächern und möglichem Onlinezugang fragen.
Lehrkräfte aus vielen Provinzen waren an der Vorbereitung beteiligt
Für die Bedarfsanalyse wurden Lehrkräfte aus 39 Provinzen und 13 Fachrichtungen einbezogen. An einem weiteren Anpassungsworkshop nahmen 95 Lehrkräfte aus 23 Provinzen und 11 Fachrichtungen sowie Wissenschaftler und Ministeriumsexperten teil. Diese Vorbereitung ist breit angelegt, bedeutet aber nicht, dass jede Lehrkraft bereits geschult wurde. Die praktische Einführung kann regional und schulisch gestaffelt erfolgen.
Quellenkritik und Schutz persönlicher Daten
Schüler sollen hinter einem KI-Ergebnis Daten, Algorithmen und menschliche Gestaltungsentscheidungen erkennen und fragen, welchem Zweck das System dient. Dazu kommen die Unterscheidung verlässlicher und falscher Information sowie eine verantwortliche Nutzung. Eltern können dies ergänzen: keine Passwörter oder Dokumente eingeben, Aussagen mit Primärquellen prüfen und KI-Hilfe bei Schulaufgaben transparent machen.
Ein landesweiter KI-Wettbewerb ist als nächste Stufe geplant
Später sollen Teams im Türkiye Yapay Zekâ Turnuvası Lösungen für reale Aufgaben aus Bildung, Gesundheit, Barrierefreiheit, Umwelt und Nachhaltigkeit entwickeln. Fachtrainer und Freiwillige der Koç-Gruppe sind als Mentoren vorgesehen. Termine, Auswahlkriterien und ein öffentliches Bewerbungsverfahren nennt MEB noch nicht. Verbindlich ist erst eine offizielle Schul- oder Ministeriumsmitteilung.
Was internationale Familien separat klären müssen
Die Ankündigung bezieht sich auf die türkische Mittelschulstruktur. Eine deutsche oder internationale Schule mit eigenem Curriculum kann anders vorgehen. Fragen Sie, ob die Klasse teilnimmt, in welcher Sprache gearbeitet wird, ob eine Einwilligung oder ein Konto erforderlich ist und wie Schülerdaten verarbeitet werden. Das KI-Programm verändert weder Einschreibung noch Aufenthaltsstatus oder Elternzugang zu e-Okul.
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