Der saisonbereinigte Vertrauensindex des realen Sektors in der Türkei stieg im September 2026 um 0,1 Punkte auf 102,5, teilte die Zentralbank am 21. September mit. Werte über 100 stehen für eine überwiegend optimistische Einschätzung der befragten Hersteller. Das Detailbild blieb jedoch gemischt: aktuelle Aufträge und Beschäftigungserwartungen stützten den Index, während Erwartungen zu Exportaufträgen, Produktion und Investitionen belasteten. Befragt wurden 1.982 Betriebe vom 1. bis 14. September.
102,5 bedeutet Optimismus — nicht 2,5% Wachstum
Die Marke 100 trennt in der Umfrage einen optimistischen von einem pessimistischen Antwortsaldo. Sie ist keine Wachstumsrate für Produktion, Umsatz oder Gewinn. Der unbereinigte Index sank gegenüber August sogar um 0,8 Punkte auf 102,0.
Auftragslage und Beschäftigung wirkten positiv
Die Einschätzung der allgemeinen Geschäftslage, der aktuellen Gesamtaufträge, der Aufträge der vergangenen drei Monate und der Beschäftigung in den kommenden drei Monaten erhöhte den Index. Der Saldo der jüngsten Produktion wurde stärker; bei Inlandsaufträgen überwogen nach zuvor negativen Antworten wieder Zuwächse.
Export und Investitionen senden Warnsignale
Die Erwartungen für Exportaufträge und Produktion in den kommenden drei Monaten schwächten sich ab. Gleiches gilt für den Saldo der geplanten Anlageinvestitionen über zwölf Monate. Bei den jüngsten Exportaufträgen kippte der Saldo von positiv auf negativ — wichtig für europäische Abnehmer und Zulieferer.
Kosten- und Preisdruck bleibt hoch
Mehr Firmen meldeten steigende Stückkosten und erwarteten weitere Zunahmen; auch die Erwartungen für Verkaufspreise wurden stärker. Die erwartete jährliche Erzeugerpreisinflation in zwölf Monaten sank nur um 0,2 Punkte auf 31,0%. Bei Verträgen zählen deshalb Preisanpassungsklauseln, Währung und Lieferfristen.
Was Anleger und Geschäftspartner prüfen sollten
Setzen Sie den Index neben Kapazitätsauslastung, Industrieproduktion, Exportaufträge, Erzeugerpreise und Unternehmenszahlen. Die Antworten reichen nur bis zum 14. September und sind Einschätzungen der Teilnehmer, keine Prognose der Zentralbank. Eine Monatsbewegung von 0,1 Punkten belegt noch keinen Trend.