Das türkische Justizministerium teilt mit, dass Eltern, Vormund oder eine andere gesetzliche Vertretung die türkische Strafregisterbescheinigung eines Kindes unter 18 Jahren über e-Devlet in 51 Sprachen abrufen können. Die Mitteilung erschien am 14. September; verfügbar ist der digitale Weg laut Behörde seit 10. August 2026. Für deutschsprachige Familien kann damit ein Gang zum Gerichtsgebäude entfallen, wenn Schule, Konsulat, Visastelle oder eine andere Behörde das türkische Dokument verlangt. Unbeteiligte Dritte erhalten keinen Zugriff; über Apostille, Übersetzung und Aktualität entscheidet weiterhin die empfangende Stelle.
Wer die Bescheinigung eines Kindes abrufen darf
Die amtliche Mitteilung nennt Eltern, Vormund und gesetzliche Vertretung. Das Dokument betrifft ein Kind unter 18 Jahren und wird über das authentifizierte e-Devlet-Konto der vertretungsberechtigten Person angefordert. Schulen, Vermittler und sonstige Dritte erhalten dadurch keinen automatischen Zugriff auf Daten Minderjähriger. Wird die Vertretungsbeziehung im System nicht erkannt, nennt die Mitteilung keinen digitalen Umweg; dann sollten Familien ausschließlich die offiziellen Kontaktwege des Justizministeriums nutzen.
Diese acht Sprachen sind neu
Hinzugekommen sind Swahili, Aserbaidschanisch, Litauisch, Estnisch, Norwegisch, Isländisch, Vietnamesisch und Georgisch. Deutsch wurde nicht erst jetzt eingeführt. Die Mitteilung verspricht außerdem nicht, dass deutsche Behörden eine türkische Sprachfassung ohne weitere Formvorgaben akzeptieren müssen.
Deutsch ist die zweithäufigste Sprachfassung
Von den 590.812 seit 1. Januar ausgestellten fremdsprachigen Dokumenten entfielen 295.846 auf Englisch, 52.244 auf Deutsch und 36.230 auf Bulgarisch. Gezählt wurden ausgestellte Bescheinigungen, nicht einzelne Personen, Auswanderer oder Strafverfahren. Die Zahlen sind daher keine Kriminalitäts- oder Migrationsstatistik.
Der amtliche Weg führt über e-Devlet
Im offiziellen e-Devlet-Verzeichnis ist die Strafregisterabfrage des Justizministeriums als Adli Sicil Kaydı Sorgulama aufgeführt. Erforderlich ist eine zugelassene e-Devlet-Anmeldung. Im Dienst werden Verwendungszweck und verfügbare Sprache gewählt; anschließend sollten Personendaten und Barcode geprüft werden. Welche Optionen erscheinen, kann vom Konto und den vorhandenen Datensätzen abhängen.
Türkisches Dokument und deutsches Führungszeugnis sind nicht dasselbe
Die Bescheinigung bezieht sich auf das türkische Strafregister. Verlangt eine deutsche Behörde zusätzlich ein deutsches Führungszeugnis oder Nachweise aus anderen früheren Aufenthaltsstaaten, ersetzt die türkische Fassung diese Unterlagen nicht. Die 51 Sprachoptionen erweitern nicht den geografischen Datenbestand.
Apostille und Übersetzung getrennt prüfen
Eine deutschsprachige Ausgabe ist nicht automatisch apostilliert oder legalisiert. e-Devlet führt für Strafregisterdokumente einen separaten PTT-Antrag auf e-Apostille. Ob Apostille, beglaubigte Übersetzung, ein bestimmtes Ausstellungsdatum oder ein Papieroriginal nötig sind, entscheidet die empfangende Behörde, der Arbeitgeber, die Hochschule oder das Konsulat.
Keine neue Aufenthalts- oder Einbürgerungsregel
Die Erweiterung betrifft ausschließlich die Dokumentensprache. Sie schafft weder einen neuen Aufenthaltstitel noch eine Arbeitserlaubnis oder Einbürgerungserleichterung. Die Abfrage und Barcodeprüfung sollten über turkiye.gov.tr erfolgen; sensible Identitätsdaten gehören nicht auf inoffizielle Vermittlerseiten.
Erklärung des Justizministers vom 11. September zum Dienst in 51 Sprachen →
Amtlicher e-Devlet-Dienst für Strafregisterbescheinigungen →