Turkey-Compass-Grafik: Das Wohnungsangebot im Erdbebengebiet steigt von 201.000 auf rund 434.000 Einheiten, während die Mietinflation nachlässt
Originale redaktionelle Grafik von Turkey Compass nach der CBRT-Blog-Analyse vom 2. September 2026

Der rasche Wiederaufbau des Wohnungsbestands nach den Erdbeben vom Februar 2023 geht mit einer Verlangsamung der Mietinflation einher. Das zeigt eine am 2. September 2026 veröffentlichte Analyse von Forschern der türkischen Zentralbank. Demnach stieg die Zahl der von TOKİ errichteten Erdbebenwohnungen von 201.000 Anfang 2025 auf rund 434.000 zum Jahresende. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil der Region an den landesweiten Nutzungsgenehmigungen von durchschnittlich etwa 12% vor dem Beben auf mehr als 20% im Jahr 2025. Für Menschen aus Deutschland und Europa mit Wohn- oder Anlageplänen in Antalya und Muğla ist das relevant, aber keine Garantie für fallende Mieten.

Was die neue Analyse zeigt

Die Autoren vergleichen die Erdbebenprovinzen, durch Migration indirekt betroffene Provinzen und das übrige Land. 2023 und 2024 lag die Mietinflation im Katastrophengebiet deutlich höher. Mit den beschleunigten Wohnungsübergaben verlor sie 2025 an Dynamik. Im Jahr 2026 verzeichnete auch die indirekt betroffene Gruppe eine klar niedrigere Mietinflation als andere Provinzen. Als mögliche Erklärung nennen die Forscher das wiederhergestellte Angebot und eine zeitlich verzögerte Rückkehr von Haushalten.

Was hinter den 434.000 Wohnungen steht

Die Zahl bezeichnet ungefähr die von TOKİ bis Ende 2025 im Erdbebengebiet errichteten Wohnungen. Es handelt sich weder um frei verfügbare Kaufobjekte noch um ein am 2. September neu gestartetes Programm. Ein zweiter Indikator ist der Anteil der Region an landesweiten Nutzungsgenehmigungen, der 2025 auf mehr als 20% stieg. Beide Größen zeigen den Umfang des Wiederaufbaus, messen aber unterschiedliche Vorgänge und dürfen nicht zusammengerechnet werden.

Weniger Inflation bedeutet nicht sinkende Miete

Eine niedrigere Mietinflation heißt zunächst, dass Angebotsmieten langsamer steigen. Der Betrag in Lira muss deshalb noch nicht fallen. Die regionale Auswertung nutzt Online-Inserate; tatsächlich vereinbarte Mieten unterscheiden sich nach Viertel, Gebäudealter, Ausstattung, Vertragsdauer und Verhandlung. Für einen Umzug oder Ruhestand sollten aktuelle Angebote, Kaution, Hausgeld, jährliche Anpassung und Nebenkosten weiterhin einzeln geprüft werden.

Warum Antalya, Muğla und Mersin betroffen sind

Zur indirekt betroffenen Gruppe gehören Ankara, Antalya, Aydın, Batman, Bursa, Karaman, Kayseri, Konya, Manisa, Mardin, Mersin, Muğla, Niğde, Sivas und Van. Diese Provinzen sind nicht Teil des Erdbebengebiets. Sie wurden wegen geografischer Nähe oder starker historischer Migrationsbeziehungen zusammengefasst. Das Ergebnis beschreibt den Gruppendurchschnitt und beweist keine identische Entwicklung in Alanya, Antalya-Stadt, Bodrum oder jedem Viertel von Mersin.

Folgen für Wohn- und Ruhestandspläne

Nachlassender migrationsbedingter Druck kann die Auswahl verbessern, doch Küstenmärkte reagieren weiterhin auf Saison, internationale Nachfrage, neue Arbeitsplätze und lokale Bautätigkeit. Ein europäischer Haushalt sollte deshalb nicht nur die Monatsmiete vergleichen, sondern auch Krankenversicherung, Hausgeld, Verkehr, ganzjährige Versorgung und Wechselkursrisiken. Eine regionale Statistik ersetzt weder die Besichtigung noch einen schriftlich geprüften Mietvertrag.

Was Immobilienanleger nicht ableiten sollten

Mehr Angebot und geringere Mietdynamik können die Aussicht auf außergewöhnliche Mietsteigerungen begrenzen. Daraus folgt jedoch weder ein sicherer Rückgang der Verkaufspreise noch eine pauschal schwächere Rendite. Maßgeblich bleiben erzielbare Nettomiete, Kaufpreis, Leerstand, Instandhaltung, Steuern, Finanzierung, Rechtslage und Wiederverkaufbarkeit. Für Euro-Anleger kommt die Entwicklung der Lira hinzu, die in der Analyse nicht prognostiziert wird.

Die Quelle ist Analyse, keine offizielle Prognose

Der Beitrag erscheint auf der Plattform der türkischen Zentralbank und stammt von deren Forschern. Ein ausdrücklicher Hinweis stellt jedoch klar, dass die Ansichten den Autoren gehören und nicht zwingend die offizielle Position der Bank wiedergeben. Grundlage sind ein CBRT-Arbeitspapier vom Juli 2026, Verwaltungsindikatoren und Online-Mietangebote. Die Untersuchung erklärt einen plausiblen Mechanismus, ist aber weder Regulierung noch Preisgarantie.

Faktencheck von Turkey Compass

Belegt: Bis Ende 2025 wurden im Erdbebengebiet rund 434.000 Wohnungen errichtet; sein Anteil an Nutzungsgenehmigungen stieg auf über 20%; die Mietinflation verlangsamte sich mit der Erholung des Angebots. Nicht belegt: Mieten sinken in der gesamten Türkei, Antalya wird zwangsläufig billiger oder die Zentralbank hat eine offizielle Immobilienpreisprognose veröffentlicht. Einzelobjekte benötigen weiterhin eine lokale Bewertung.

CBRT Blog — Analyse zu Wohnungsangebot und regionaler Mietinflation, 2. September 2026

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