Turkey-Compass-Datengrafik zu E‑Verkäufen, bezahlter Cloud-Nutzung, sozialen Medien und Cybervorfällen türkischer Unternehmen
Originalgrafik von Turkey Compass nach TÜİK-Bulletin Nr. 58021 vom 10. September 2026

Türkische Unternehmen nutzen elektronische Verkaufskanäle häufiger, doch die digitale Infrastruktur ist ungleich verteilt. Nach der am 10. September 2026 veröffentlichten TÜİK-Erhebung verkauften 17,1% der Unternehmen im Jahr 2025 online oder per elektronischem Datenaustausch, nach 13,6% im Vorjahr. 2026 verwendeten 20,2% bezahlte Cloud-Dienste und 57,7% soziale Medien. Erfasst werden Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten; Kleinstunternehmen sind nicht repräsentiert. Für deutsche und europäische Investoren liefert die Statistik Prüfhinweise, aber keine Bewertung eines einzelnen Betriebs.

17,1% bezeichnet Unternehmen, nicht den Online-Umsatzanteil

Von den erfassten Unternehmen nutzten 17,1% Internet oder EDI für Verkäufe. Bei Betrieben mit mindestens 250 Beschäftigten waren es 29,7%, in der Gruppe 50–249 Beschäftigte 18,3% und bei 10–49 Beschäftigten 16,4%. Daraus folgt nicht, dass 17,1% aller türkischen Unternehmensumsätze online erzielt wurden. Die Kennzahl misst lediglich, wie viele Unternehmen im Referenzjahr einen elektronischen Verkaufskanal genutzt haben.

Gastgewerbe: viele E‑Verkäufe, wenig bezahlte Cloud

Beherbergung und Gastronomie hatten mit 43,3% die höchste E‑Verkaufsquote der genannten Branchen. Bezahlte Cloud-Dienste nutzten 2026 dagegen nur 12,6% der Unternehmen dieses Sektors, gegenüber 20,2% insgesamt. Der Abstand beweist keine technische Rückständigkeit; Buchungsplattformen, ausgelagerte Systeme oder kostenlose Dienste können anders erfasst werden. Bei einem Hotelinvestment sollten PMS, Buchung, Zahlungen, Datensicherung und Eigentum an Gästedaten dennoch gesondert geprüft werden.

Bandbreite sagt wenig über Ausfallsicherheit aus

Unter den Nutzern fester Internetanschlüsse hatten 52,9% mindestens 100 Mbit/s: 43,7% lagen zwischen 100 und 999 Mbit/s, weitere 9,2% bei mindestens 1 Gbit/s. 47,1% blieben darunter. Die Landesverteilung zeigt weder Upload-Leistung noch Verfügbarkeit, Redundanz oder Qualität an einem bestimmten Standort. Für Cloud-Anwendungen, Kontaktzentren, Fernarbeit und Zahlungen sind ein Adresstest sowie ein zweiter Anschluss oder ein dokumentierter Notfallplan nötig.

Mehr Schutzmaßnahmen, aber weiterhin relevante Vorfälle

Mindestens eine IKT-Sicherheitsmaßnahme setzten 2026 83,0% der Unternehmen ein, nach 76,0% im Jahr 2024. Separat meldeten 9,4% für 2025 mindestens einen Sicherheitsvorfall. 6,4% berichteten von Dienstausfällen durch externe Angriffe, 5,6% von Datenverlust oder -beschädigung durch Schadsoftware oder unbefugten Zugriff und 5,3% von Vertraulichkeitsverletzungen. Die Kategorien können sich überschneiden und dürfen nicht zu einer Gesamtquote addiert werden.

Eigene IT-Fachkräfte konzentrieren sich auf große Betriebe

2026 beschäftigten 15,2% der Unternehmen IKT-Fachkräfte, gegenüber 13,4% im Jahr 2024. Bei Unternehmen ab 250 Beschäftigten lag die Quote bei 73,3%, in der mittleren Gruppe bei 29,8% und bei 10–49 Beschäftigten bei 10,8%. Auslagerung kann für kleine Firmen sinnvoll sein, doch Zugriffsrechte, Backups, Lizenzen, Protokolle, Datenschutzverantwortung und Reaktion auf Vorfälle müssen vertraglich eindeutig geregelt sein.

Prüfliste für Beteiligung, Übernahme oder Partnerschaft

Verlangen Sie Angaben zum Online-Umsatz, zu Marktplatz- und Zahlungsabhängigkeiten, CRM- und ERP-Rechten, Cloud-Verträgen, Wiederherstellungstests, Cyberversicherung und Vorfällen. Klären Sie, ob Kundendaten beim Anbieterwechsel vollständig exportiert werden können. Vergleichen Sie den Betrieb mit seiner Branche und Größenklasse. Die Erhebung zeigt Digitalisierungschancen, bewertet jedoch weder Kaufpreis noch Rentabilität oder Sicherheit eines konkreten Unternehmens.

TÜİK — IKT-Nutzung in Unternehmen, Bulletin Nr. 58021 vom 10. September 2026

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